Sicherheitskoordination im Baufach

Wenn mindestens zwei Unternehmer die Arbeiten ausführen, selbst wenn sie nie gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten, muss ein Koordinator bezeichnet werden.

Für welche Baustellen muss man Sicherheitskoordinatoren bezeichnen?

Wenn mindestens zwei Unternehmer (egal, ob es sich um Unternehmer handelt, die Arbeitnehmer beschäftigen oder um Selbstständige) die Arbeiten ausführen, selbst wenn sie nie gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten, muss ein Koordinator bezeichnet werden.

Wenn die Gesamtheit der Arbeiten von nur einem Unternehmer ausgeführt werden, gibt es keine Verpflichtung einen Koordinator zu bezeichnen.

Achtung :

Die   Unternehmen, die zum Beispiel die Anschlüsse für Wasser und Strom machen und   Zähler installieren, werden ebenfalls als Unternehmer angesehen.

Der private Bastler wird nicht als Unternehmer angesehen

Die Ausführung der Arbeiten durch einen einzigen Unternehmer entbinden   den Bauherrn nicht von der Verpflichtung die allgemeinen Vorbeugungsmaßnahmen   anzuwenden.  Die gilt auch für den   privaten Bastler, der auf einen Unternehmer zurückgreift, um gewisse Arbeiten   durchzuführen.

Wer muss die Koordinatoren bezeichnen?

Für Bauten mit einer Gesamtfläche von  500 m² und mehr, werden die Sicherheitskoordinatoren immer vom Bauherrn bezeichnet.

Für Bauten mit einer Gesamtfläche von weniger als 500 m² werden der Projektkoordinator und der Ausführungskoordinator vom Architekten bezeichnet.

Ist die Mitarbeit eines Architekten nicht notwendig, erfolgt die Bezeichnung durch den Hauptunternehmer oder durch den Unternehmer, der als erster einen Vertrag mit dem Bauherrn abschliesst.  In diesem Fall können die aufeinanderfolgenden Unternehmer  ihren eigenen Koordinator bezeichnen, aber mit der Bedingung, dass ein Unternehmer oder seine Subunternehmer keine Arbeiten ausführen, solange der vorherige Unternehmer seinen Teil der Arbeiten nicht beendet hat.

Wer bezahlt die Koordinatoren?

Für Bauwerke mit einer Gesamtfläche von 500 m2 und mehr, muss immer der Bauherr den Koordinator bezahlen.

Für Bauten mit einer Gesamtfläche von weniger als 500 m2, wird der Koordinator vom Architekten oder Unternehmer bezeichnet. Falls die beiden letztgenannten die Bedingungen erfüllen, sollten sie, wenn möglich, die Rolle des Koordinators übernehmen. Sie können aber auch eine andere Person damit beauftragen. Sie können die Kosten in ihrer Rechnung aufführen, oder eine andere Methode anwenden.

Die Kosten des Koordinators

Die Kosten des Koordinators werden auf Basis eines Stundentarifs berechnet, der vorher abgesprochen wurde oder anhand einer Pauschale prozentual zu den Kosten des Bauwerks.  Im Allgemeinen wird ein Stundenlohn von 50 bis 65 € berechnet; die Honorarpauschale variiert von 1 bis 4 %, für die Projekt- und Ausführungskoordination zusammen.

Wann muss man einen Koordinator bezeichnen?

Die Bezeichnung des Projekt-Koordinators findet spätestens vor dem Beginn des Entwurfs des Projektes statt.  Der Architekt darf den Entwurf nicht beginnen, solange der Koordinator nicht bezeichnet ist.  Es ist empfehlenswert, den Koordinator so früh wie möglich zu bezeichnen, um spätere Änderungen des Projektes zu vermeiden.

Der Ausführungs-Koordinator muss vor Beginn der Arbeiten bezeichnet werden.  Kein Unternehmer darf mit den Arbeiten beginnen, ohne dass der Koordinator bezeichnet wird. 

Kontrolle

Die Person, die die Koordinatoren bezeichnet, muss darauf achten, dass die Koordinatoren alle auferlegten Bedingungen erfüllen, um den Beruf auszuüben.

Dokumente des Koordinators

Die Koordinatoren müssen gewisse Dokumente ausarbeiten, die der Bauherr erhält.  Es handelt sich mindestens um:

-        den Sicherheits-und Gesundtheitsplan: dieser Plan wird der Preisanfrage beigefügt und die Unternehmer müssen in ihrem Angebot beschreiben, wie sie diesen Plan ausführen.  Der Projekt-Koordinator beurteilt ihre Beschreibung.

-        Das Dossier für spätere Interventionen: bei der Übergabe des Gebäudes muss das Dossier für spätere Interventionen an den nächsten Besitzer übergeben werden.  Der Notar  trägt diese Übergabe in den notariellen Akt ein.  So kann bei späteren Arbeiten der Bauherr dem Koordinator oder dem Unternehmer, falls dieser die Arbeiten alleine ausführt, das Dossier für spätere Interventionen zur Verfügung stellen.

 

 

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