Mutterschaftsruhe

Mehr Rechte für selbstständige Frauen ab dem 1. Januar 2017

Sie sind selbstständig und schwanger? Dann haben Sie Anrecht auf eine Reihe von Vorteilen und Vergünstigungen. Wir geben einen Überblick.

Seit dem 1. Januar 2017 ist die Mutterschaftsruhe von 8 auf 12 Wochen verlängert worden. Die obligatorische Ruhezeit bleibt unverändert bei drei Wochen, aber sie kann statt wie bisher um 5 Wochen neuerdings um 9 Wochen (bzw. um 10 Wochen im Fall einer Mehrlingsgeburt) Vollzeitäquivalente ausgeweitet werden. Diese fakultative Auszeit muss innerhalb von 38 (statt bisher 23) Wochen ab der Geburt des Kindes in Anspruch genommen werden.

Die selbstständige Mutter hat die Wahl zwischen einer Ganztags- und einer Halbtagsauszeit. Im ersten Fall muss jegliche berufliche Aktivität während der Mutterschaftsruhe eingestellt werden.

Derzeit wird die Mutterschaftsruhe mit 458,31 Euro pro Woche (bzw. 229,15 Euro im Fall einer Halbtagsauszeit) entschädigt. Der Antrag auf Mutterschaftsruhe und –geld muss bei der Krankenkasse gestellt werden.

Befreiung von den Sozialbeiträgen

Seit dem 1. Januar dieses Jahres werden für das Quartal, das auf die Geburt des Kindes folgt, keine Sozialbeiträge mehr erhoben. Unter der Bedingung, dass die frischgebackene Mutter über ihre Krankenkasse Anrecht auf eine Mutterschaftsversicherung für Selbstständige hat, bleiben sämtliche sozialen Rechte und Ansprüche erhalten.

Dienstleistungsschecks

Die selbstständige Mutter hat Anrecht auf 105 kostenlose Dienstleistungsschecks für Haushaltshilfe (Bügeln, Waschen, …). Die Schecks können ab dem 6. Schwangerschaftsmonat bis spätestens 15 Tage nach der Geburt des Kindes bei der Sozialversicherungskasse angefragt werden.

Geburtsprämie und Kindergeld

Die Geburtsprämie und das Kindergeld müssen bei der Kinderzulagenkasse beantragt werden. Wenn der Vater Arbeitnehmer ist, muss der Antrag  bei der Kinderzulagenkasse des (letzten) Arbeitgebers des Vaters eingereicht werden. Wenn der Vater selbstständig ist, erfolgt der Antrag bei der Kinderzulagenkasse, die der Sozialversicherungskasse des Vaters angeschlossen ist. Geburtsprämie und Kindergeld werden grundsätzlich an die Mutter ausgezahlt.

Quelle: Der Bauer, Autorin: Mieke Bruyninckx, Acerta

 

 

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