Reform der Unternehmenssteuer für Gesellschaften

Kritik von der wallonischen Mittelstandsvereinigung UCM (Union des Classes Moyennes)

Vor den Weihnachtsferien haben die Abgeordneten einer Regierungsvorlage zur Unternehmenssteuer zugestimmt. Die Reform der Unternehmenssteuer bedeutet, dass die Körperschaftssteuer in Belgien, d.h. die Steuer auf den Gewinn von Gesellschaften, von derzeit 34% stufenweise auf 29%, 25% bzw. bis 2020 auf 20% sinken wird. Belgien liegt derzeit bei der Unternehmenssteuer mit an der Spitze der Europäischen Union. Die Maßnahme ist bereits am 1. Januar 2018 in Kraft getreten und sorgt auch dafür, dass kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Steuertarifsenkung auf 20% bei den ersten 100.000 € Gewinn gewährt wird. Die Mittelstandsvereinigung UCM befürwortet diese Maßnahme, die sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

In diesem Zusammenhang ist die wallonische Arbeitgebervertretung umso mehr enttäuscht, dass die Regierung Maßnahmen ergriffen hat, die den Übergang zur Gesellschaft erschweren oder uninteressant machen.

Mindestentlohnung der Geschäftsführer von 36.000 € auf 45.000 € erhöht!

Die erste Maßnahme betrifft die Erhöhung der Mindestentlohnung des Geschäftsführers von 36.000 € auf 45.000 €. Es handelt sich hierbei um eine Steigerung von 25%! Die durchschnittliche Entlohnung der Geschäftsführer von KMB in Brüssel und in der Wallonie beträgt hingegen nur 30.000 €. Viele Geschäftsführer werden diese erhöhte Schwelle also nicht erwirtschaften und auch noch doppelt dafür bestraft: sie müssen eine Sanktion von 10% auf die Differenz zwischen 45.000 € und der effektiv entnommenen Entlohnung bezahlen. Außerdem kommen sie nicht in den Genuss des ermäßigten Steuersatzes von 20%. 

Die Regierung ändert zudem die Spielregeln bei Kapitalsenkungen der Gesellschaften und erhebt eine Quellensteuer. Bis jetzt war es immer möglich das eingesetzte Kapital ohne Abzüge zurück zu erhalten. Dies wird in Zukunft in gewissen Situationen nicht mehr möglich sein. 

Kritik der UCM

Der Verwaltungsrat der UCM kritisiert die Reform der Unternehmenssteuer, die mehr Nachteile als Vorteile für die meisten Geschäftsführer von kleinen und mittleren Betrieben mit sich bringt und verlangt eine Korrektur des Gesetzes zur Reform der Unternehmenssteuer:Die Schwelle der Entlohnung der Geschäftsführer soll bei 36.000 € bleiben.

  • Die Sanktion von 10% (5% ab 2018 und 10% ab 2020) muss aufgehoben werden.
  • Die Kapitalverminderung für Gesellschaften soll nie der Quellensteuer unterliegen
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