Neue Regelungen 2018: Veränderungen im Arbeitsleben und bei der Rente

Ab dem 1. Januar gelten wieder zahlreiche neue Regeln in Belgien. Welche Veränderungen für Rentner oder im Arbeitsleben auf uns zukommen, stellen wir kurz vor.

Vorruhestandsregelung wieder strenger

Vorruhestandsregelungen werden ab dem 1. Januar 2018 wieder etwas strenger. Künftig wird der Arbeitnehmer erst mit 63 Jahren und einer Laufbahn von 41 Jahren in den Vorruhestand treten können. Bis zum 31.12.2017 lag die Grenze noch bei 62,5 Jahren und einer Laufbahn von 41 Jahren. Ausnahmen für Menschen mit einer längeren Laufbahn gibt es allerdings nach wie vor.

Anhebung der Mindestrente bei 45-jähriger Laufbahn

Am 1. Januar 2018 wurde die Mindestrente von Menschen mit einer Laufbahn von 45 Jahren um 0,7 Prozent angehoben. Für eine alleinstehende Person beträgt die Mindestrente dann 1.220,92 Euro pro Monat. 

Mehr Nettolohn infolge der Steuerreform „Tax Shift“

Die Tax Shift, das heißt die Senkung der Lohnkosten, treibt die Nettolöhne aller Arbeitnehmer in Belgien ab dem 1. Januar um 1,5 Prozent bis 3 Prozent nach oben. Das bedeutet für die Arbeitnehmer pro Monat etwa 40 bis 45 Euro zusätzlich auf dem Konto.

Erweiterung der Flexi-Jobs auf den Handel

Seit dem 1.Dezember 2015 ist im Hotel- und Gaststättengewerbe (Horeca) das System der Flexi-Jobs in Kraft. Zur Erinnerung: diese spezifische Regelung erlaubt den Arbeitnehmern, die bereits eine Hauptbeschäftigung haben, zusätzliche Arbeitsleistungen als Flexi-Job Arbeitnehmer bei einem anderen Arbeitgeber im Hotel- und Gaststättengewerbe zu erbringen. Der Flexi-Job Arbeitnehmer erhalten einen Flexi-Lohn, d.h. einen Nettolohn, der im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt wurde und nicht unter dem gesetzlichen Minimum liegen darf. Der Arbeitgeber zahlt nur einen Sonderarbeitgeberbeitrag in Höhe von 25%.

Am 1. Januar 2018 wird das System der Flexi-Jobs einerseits auf die Ruheständler und andererseits auf den Einzelhandel (z.B. Kaufhäuser, Bäcker, Metzger und Frisöre) erweitert werden.

Reintegration bei Krankheit

Bislang konnten Arbeitnehmer, die länger als zwei Jahre arbeitsunfähig waren, um eine Reintegration bitten. Künftig darf auch der Arbeitgeber dies beantragen. Dabei soll herausgefunden werden, ob der Arbeitnehmer mit einer für ihn geeigneten Arbeit wieder arbeitsfähig ist.

Erwerbsunfähigkeitsleistung für Selbstständige schon nach 2 Wochen

Selbstständige, die krank werden, haben ab dem 1. Januar schon nach zwei Wochen recht auf  Krankengeld von ihrer Krankenkasse, das heißt auf Erwerbsunfähigkeitsleistungen.

Bislang hatten Selbstständige und im Unternehmen mitwirkende Ehepartner erst nach einem Monat recht auf eine solche Zahlung.


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