Besondere Arbeitsverhältnisse

Bedingungen und Formalitäten für Studentenjobs, Flexi-Jobs und Gelegenheitsarbeiter "Extras-Horeca"

Das System der 50-Tage-Regelung ist seit dem 01.01.2017 in eine 475-Stunden-Regelung umgewandelt worden.

1) Studentenverträge

Die als Student beschäftigten Arbeitnehmer sollen somit noch besseren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.  An Stelle der vor 2017 geltenden 50-Tage-Regelung, verfügt der Student ab 2017 über ein Potential von 475 Stunden für den Zeitraum vom 01.Januar bis 31.Dezember des Jahres.

Der Arbeitgeber, der den Studenten in diesem Rahmen beschäftigt, hält dann 2,71% an Stelle von 13,07% Arbeitnehmerbeitrag Sozialversicherung ein, und zahlt zusätzlich lediglich 5,42% Arbeitgeberbeitrag Solidaritätsbeitrag, an Stelle von z.B. rund 33% Sozialbeitrag für Angestellte.

Für den Teil der Stunden, der über das 475 Stunden-Limit hinausgeht, verfallen die ermäßigten Beiträge und es werden somit die gewöhnlichen Sozialbeiträge Arbeitgeber- und -nehmer fällig.

Die Studenten können Ihren verbleibenden Stundenanteil auf der Webseite “Student@Work” konsultieren und dem Arbeitgeber einen Ausdruck übergeben, damit dieser den aktuellen Stand der Dinge nachvollziehen kann.

2) Flexi-Jobs

Seit dem 01.12.2015 dürfen Arbeitnehmer im Hoerca-Sektor (PK 302), die anderweitig bereits eine Hauptbeschäftigung haben, einen Flexi-Job annehmen, um so einen interessanten Nebenverdienstzu erhalten. Am 1. Januar 2018 wurde das System der Flexi-Jobs auf  den Einzelhandel und andere Sektoren (z.B. Kaufhäuser, Bäcker, Metzger und Frisöre, d.h. auf die Arbeitgeber, die den paritätischen Kommissionen 118, 119, 201, 202.01, 202, 311, 312 und 314 unterliegen) ausgedehnt. Außerdem wurde das System auf die Ruheständler ausgeweitet, wobei hier jedoch andere spezifische Regelungen zu beachten sind, auf die wir hier nicht eingehen, die Sie aber sicher bei Ihrem Lohnbüro erfragen können.

Sowohl im Quartal T wie auch im Quartal T-3 muss eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein.  Das Quartal T ist das Quartal, in dem der Flexi-Job ausgeübt werden darf, das Quartal T-3 ist das Quartal, welches dem Quartal als Flexi-Jobber vorausgeht.

Möchten Sie also im April 2018 einen Flexi-Jobber beschäftigen, so ist T das 2.Quartal 2018 und T-3 das dritte Quartal 2017.

Im Quartal T-3 muss der Flexi-Jobber mindestens 4/5 gearbeitet haben, bei einem oder mehreren Arbeitgebern, sei es im Horeca-Bereich oder nicht.  Diese Bedingung muss für das gesamte Quartal gelten.

3) Gelegenheitsarbeit (Extras - Horeca)

Ein Gelegenheitsarbeiter ist ein Arbeitnehmer, der höchstens 2 aufeinanderfolgende Tage im Rahmen eines befristeten Arbeitsvertrages beschäftigt wird.  Unter Berücksichtigung von Regelungen können dann pauschale und verringerte Sozialbeiträge auf diese Arbeitsstunden berechnet werden, und muss nicht die tatsächliche Stundenzahl bzw. der tatsächliche Lohn als Grundlage für die Sozialbeiträge beachtet werden.
Der Arbeitnehmer darf höchstens 50 Tage pro Jahr als Gelegenheitsarbeiter geführt werdenDer Arbeitgeber darf insgesamt für 200 Tage jährlich Gelegenheitsarbeiter beschäftigen.

Um in den Genuss der verringerten Beiträge zu gelangen, muss der Arbeitgeber eine DIMONA- Meldung vor Beginn der Beschäftigung einreichen.
Die Beschäftigung als EXTRA darf 2 aufeinanderfolgende Tage nicht überschreiten.  Der Vertrag kann schriftlich aber auch mündlich vereinbart werden.

Bei Studenten die als Extras arbeiten, muss prinzipiell ein schriftlicher Vertrag vorliegen.

 


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