Die Abzugsfähigkeit von PKW-Kosten

Im Hauruckverfahren wurde Ende Dezember 2017 die Unternehmenssteuerreform vom Parlament verabschiedet. Zum wiederholten Mal waren auch die PKW-Kosten Gegenstand von Änderungen. Diese Änderungen erfolgen in zwei Phasen. Die erste Phase ist bereits für 2018 geplant, wenn die Abzugsfähigkeit bei der Steuer der natürlichen Personen mit jener in der Körperschaftssteuer gleichgestellt wird. In der zweiten Phase (ab 2020) werden die Bestimmungen gründlich reformiert.

Ab 2018 werden die Bestimmungen, was die Absetzbarkeit von PKW-Kosten anbelangt, von der Körperschaftssteuer auf die Steuer der natürlichen Personen erweitert. Selbstständige werden also dieselben Kosten wie Unternehmer mit einer Gesellschaft absetzen können. Das bedeutet, dass die allgemeine Abzugsfähigkeit i.H.v. 75 % durch einen Prozentsatz ersetzt wird, der von der CO2-Emission des Fahrzeugs abhängt. 

Sie sind selbstständig und haben in 2017 ein Auto gekauft? Sie können die Übergangsregelung anwenden!

Wer vor dem 1. Januar 2018 einen PKW gekauft hat, kann eine Übergangsregelung nutzen. Diese läuft darauf hinaus, dass die jeweils günstigere Regelung angewandt werden darf. Sie werden (als Selbstständiger) also immer das Recht auf einen Abzug von mindestens 75 % haben (z. B. wenn Sie ein Benzinfahrzeug mit einer Emission von 200 g/km besitzen). Wenn die neue Regelung günstiger ist, können Sie diese bereits anwenden (z. B. wenn Sie ein Dieselfahrzeug mit einer Emission von 80 g/km besitzen, haben Sie Recht auf einen Abzug von 90 % der Kosten).

Ab 2020 gibt es einen völlig neuen Ansatz. Die 'Tranchen' (wie oben aufgeführt) werden abgeschafft. Die Absetzbarkeit wird ab dann mit einer Formel berechnet:

120 % - (0,5 % × Koeffizient gemäß Treibstofftyp × CO2-Emission)

Der Koeffizient beträgt 1 für PKW‘s mit Dieselmotor, 0,95 für Benzinfahrzeuge und 0,90 für erdgasbetriebene PKW‘s (bis 11 steuerliche PS). Das Ergebnis dieser Berechnung wird auf 100 % begrenzt und beträgt mindestens 50 %. Für PKW‘s mit einer Emission von mehr als 200 g ist der Abzug jedoch auf 40 % begrenzt. Der Tarif von 120 % wird abgeschafft.

Für PKW‘s, die vor dem Jahr 2018 gekauft wurden, bleibt die Übergangsregelung bestehen, allerdings nur bei der Steuer der natürlichen Personen. Konkret bedeutet dies, dass Selbstständige den Prozentsatz von 75 % weiterhin anwenden können (wenn das günstiger als die Regelung ab 2020 ist).

Eine andere wichtige Änderung besteht darin, dass für Treibstoffkosten ab 2020 keine separaten Abzugsregeln mehr gelten. Bis dahin gilt eine allgemeine Abzugsfähigkeit in Höhe von 75 %. Ab 2020 wird auch für Treibstoffkosten die Absetzbarkeit nach der oben aufgeführten Formel berechnet.


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