Neue Pensionsversicherung für Selbstständige ab dem 1. Juli 2018

Zum 1. Juli 2018 wurde eine neue Form von Zusatzpension für Selbstständige ohne Gesellschaft, für Gehilfen und mithelfende (Ehe)-Partner eingeführt, der Pensionsversicherungsvertrag (PVV). Der PVV ist eine Ergänzung zur bestehenden freien Zusatzrente für Selbstständige.

Vorteile und Rendite

Über den PVV können Ansprüche für eine zusätzliche Alterspension oder zusätzliche Hinterbliebenenrente aufgebaut werden. Die Einlagen in einen PVV liefern eine Verzinsung und eine Gewinnbeteiligung. Der PVV kann sowohl in Zweig 21 als in Zweig 23 abgeschlossen werden. Bei den derzeitigen niedrigen Zinsen bietet der PVV die Aussicht auf eine höhere Rendite als die ergänzende freiwillige Zusatzrente. In Zweig 21 ist die Rendite garantiert, in Zweig 23 nicht.

Es kann auch für zurückliegende Jahre in einen PVV eingezahlt werden (sog. Back-Service). Die Möglichkeit gilt allerdings erst für die Jahre ab 2018 und sie ist auf maximal zehn Jahre vor dem Enddatum des PVV begrenzt.

Steuervorteil

Die Prämien, die in einen PVV eingezahlt werden und innerhalb der sog. 80%-Grenze bleiben, führen zu einer Steuerermäßigung von 30%Über diese Grenze hinaus besteht für den Mehrbetrag kein Steuervorteil.

Die 80%-Grenze bedeutet, dass das versicherte Kapital am Vertragsende 80% des Referenzeinkommens abzüglich der gesetzlichen Pension und anderer eventueller Zusatzpensionsleistungen aus der zweiten Säule (wie z.B. die ergänzende freiwillige Zusatzpension) nicht übersteigen darf. Das Referenzeinkommen entspricht dem mittleren Nettoeinkommen der vorangegangenen drei Jahre.

Steuern und Abgaben

Auf die in einen PVV eingezahlten Prämien wird eine Abgabe von 4,4% erhoben. Auf die Gewinnbeteiligung wird eine Steuer in Höhe von 9,25% fällig. Dies wird an der Quelle einbehalten, so dass die Gewinnbeteiligung nicht mehr bei der Auszahlung des Kapitals besteuert wird.

Das ausgezahlte PVV-Kapital unterliegt einem LIKIV-Beitrag (INAMI) von 3,55% und einem Solidaritätsbeitrag von maximal 2%.

Das angesparte Kapital (exkl. Gewinnbeteiligung) wird zu einem Satz von 10% versteuert (zuzüglich der Gemeinde-Zuschlaghunderstel). Dieser vorteilhafte Steuersatz gilt nur, wenn der Begünstigte zum Zeitpunkt der Auszahlung die Bedingungen für den Pensionsantritt erfüllt (oder bei seinem Ableben).

Autorin: Mieke Bruyninckx, Acerta

 

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