Steuerfreies Zusatzeinkommen

Drei Bereiche müssen unterschieden werden:
- die Vereinsarbeit
- Dienste von Bürger zu Bürger
- Einnahmen im Rahmen der sogenannten "sharing-economy" ("économie collaborative, deeleconomie").
Eine gemeinsame Internetseite des Landesanmtes für Soziale Sicherheit, der Sozialversicherungskassen für Selbstständige und der Finanzverwaltung enthält im Übrigen eine umfangreiche Information zu dem Thema (auch in deutscher Sprache): www.bijklussen.be oder www.activitescomplementaires.be.

Vereinsarbeit

Der Verein (in der Regel eine VoG) muss in der Zentralen Unternehmensdatenbank eingetragen sein. Eine faktische Vereinigung muss beim Landesamt für soziale Sicherheit registriert sein.

Um für diese Form der Vereinsarbeit in Frage zu kommen, muss bereits eine Beschäftigung zu mindestens 4/5 als Arbeitnehmer vorliegen oder eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit. Rentner und gewisse Arbeitslose kommen auch in Frage.

Art. 3 des Gesetzes vom 18. Juli 2018 listet die in Frage kommenden Aktivitäten auf.

Wie viel darf verdient werden?

Die vergangenes Jahr vereinbarten 500 EUR/Monat, bzw. 6.000 EUR/Jahr, wurden bereits indexiert: dieses Jahr gelten 510,83 EUR/Monat, bzw. 6.130 EUR/Jahr.

Was passiert, wenn die Grenzen überschritten werden?

Ein Überschreiten der jährlichen Obergrenze von 6.130 EUR hat weitreichende Folgen, was die Sozialversicherungsabgaben anbelangt: alle Aktivitäten in Zusammenhang mit Vereinsarbeit werden für das betreffende Jahr in Arbeitsverträge umgewandelt, verbunden mit den entsprechenden finanziellen Konsequenzen für die Vereine (Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen). Ein Verein, der „in gutem Glauben“ gehandelt hat, kann von der Zahlung befreit werden.

Dienstleistungen von Bürger zu Bürger

Art. 20 des Gesetzes vom 18. Juli 2018 listet die in Frage kommenden Aktivitäten auf.

Wie bei Vereinsarbeit muss auch in diesem Zusammenhang bereits eine Beschäftigung vorhanden sein: 4/5 als Arbeitnehmer, hauptberuflich selbstständig sein oder Rentner.

Im Gegensatz zur Vereinsarbeit sollen die Dienstleistungen von Bürger zu Bürger nur gelegentlich sein: im Rahmen der Vereinsarbeit wäre demzufolge das wöchentliche Mähen des Sportplatzes OK, nicht aber die gleiche regelmäßige Aktivität beim Nachbarn. Hier besteht sicher noch Klärungsbedarf, da gewisse oben aufgeführte Tätigkeiten regelmäßig erfolgen müssen, wenn sie einen Mehrwert darstellen sollen: ein Musikunterricht oder Nachhilfestunden sind bestimmt nicht effizient, wenn sie nicht regelmäßig stattfinden.

Sharing Economy

Darunter ist das gemeinsame Nutzen von Ressourcen zu verstehen, die meist über das Internet angeboten werden. Beispiele sind das „Teilen“ im Bereich Mobilität, Übernachtungen, Essen aber auch Finanzen, Arbeit und Ausbildung etc. Das Angebot entwickelt sich rasant. Wer also mit seinem Auto über eine App Personen kutschiert oder seine Kochkünste nicht nur den Freunden, sondern auch Unbekannten gegen Bezahlung zur Verfügung stellt, muss Steuern und Sozialabgaben zahlen, wenn das jährliche Einkommen 6.130 € übersteigt.

Registrierung

Ab dem 15. Juli 2018 müssen bezahlte Nebentätigkeiten gemeldet werden. Wenn ein Verein eine Person in Anspruch nimmt, die in ihrer Freizeit eine bezahlte Arbeit verrichtet, so muss der Verein dies über den Onlinedienst "Nebentätigkeiten" melden. Wenn Sie in Ihrer Freizeit eine Tätigkeit für einen anderen Bürger übernehmen, müssen Sie dies selbst melden. Sharing-Economy-Plattformen geben Ihre Einnahmen selbst an die Behörden weiter.

Auf der Internetseite www.bijklussen.be befinden sich alle erforderlichen Informationen bezüglich der Registrierung von Vereinsarbeit und Dienstleistungen von Bürger zu Bürger.

Quelle: www.weynand.be


 



 



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