Mögliche Stromknappheit: Folgen für den Arbeitgeber

In den meisten Fällen hindert der Strommangel die Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen daran, ihrer täglichen Arbeit nachzugehen.

Im Folgenden prüfen wir die rechtlichen Möglichkeiten, die einem Arbeitgeber zur Verfügung stehen, um mit solchen Stromausfällen umzugehen

Höhere Gewalt

Hier ist zu beachten, dass es sich nur um Situationen handeln kann, in denen der Arbeitgeber nicht selbst für den Strommangel verantwortlich ist. Eine äußere Ursache muss zur Begründung vorliegen.

Wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer aufgrund höherer Gewalt nicht an einem gewöhnlichen Arbeitstag arbeiten lassen kann, muss er keine Arbeit gewähren und folglich keinen Lohn für diesen Arbeitstag zahlen. Der Arbeitnehmer seinerseits ist von der Arbeit befreit. In diesem Fall könnte der Arbeitnehmer aufgrund höherer Gewalt Anrecht auf eine Arbeitslosenunterstützung haben.

Um sich auf höhere Gewalt berufen zu können, muss die Erfüllung des Arbeitsvertrages vollkommen unmöglich sein. Wenn die Ausführung der Arbeit lediglich erschwert wird, kann keine höhere Gewalt geltend gemacht werden.

Unvollständiger Arbeitstag

Im Arbeitsrecht ist eine Sonderregelung in Bezug auf unvollständige Arbeitstage vorgesehen. Wenn ein Arbeitnehmer wie gewohnt zur Arbeit kommt, seine Arbeit jedoch nicht aufnehmen kann oder sie aus anderen Gründen unterbrechen muss (auf die er keinen Einfluss hat), hat er Anspruch auf seinen gewöhnlichen Tageslohn.

Technische Störung

Eine technische Störung ist ein unerwartetes und vorübergehendes Ereignis technischer Art, das sich im Unternehmen ereignet und das zu einer Arbeitsunterbrechung führt und folglich Auswirkungen auf den Betrieb des Unternehmens hat.

Eine technische Störung kann nur dann geltend gemacht werden, wenn sie sich innerhalb des Unternehmens ereignet. Ein Stromausfall aufgrund einer Stromknappheit ist daher keine technische Störung und die Arbeitnehmer können nicht in zeitweilige Arbeitslosigkeit aufgrund der technischen Störung versetzt werden.

Die technische Störung kann nichtsdestotrotz geltend gemacht werden, wenn eine Unterbrechung der Stromversorgung oder ein Stromausfall Schäden im Unternehmen verursacht hat.

An einem anderen Ort oder zu einer anderen Zeit arbeiten

Unternehmen mit mehreren unterschiedlichen Stundenplänen können bei einem angekündigten Stromausfall oft einen alternativen Stundenplan wählen, um den Arbeitstag früher zu beginnen.

In Unternehmen mit Gleitzeit können im Rahmen der Möglichkeiten bessere Arbeitszeiten festgelegt werden, um die Folgen eines Stromausfalls zu mildern. Jedoch darf die Arbeitsorganisation hierdurch nicht negativ beeinflusst werden. So könnte der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bitten, vorzugsweise vor dem Stromausfall zu arbeiten.

Die Änderung (gegebenenfalls vorübergehend) der Arbeitsordnung ist wohl die sicherste Art und Weise, solchen Änderungen der Arbeitszeiten entgegenzuwirken.

Eine weitere Option ist dem Arbeitnehmer zu empfehlen, von zu Hause aus zu arbeiten, wenn dieser in einem Gebiet wohnt, das nicht vom Stromausfall betroffen ist.

 Quelle: SD Worx


 

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