Pensionen

Sie gehen bald in den Ruhestand und haben Anrecht auf eine Pension.

Wer kann eine Pension beziehen?

Sie selbst, sowie ihr hinterbliebener und/oder geschiedener Ehepartner.

Wie viele Pensionen gibt es und unter welchen Bedingungen können sie bezogen werden?

DIE ALTERSPENSION

Wer kann sie erhalten?

Jede Person, die eine hauptberufliche selbstständige Berufstätigkeit ausgeübt hat. Es kann sich hierbei um eine Pension zum Haushaltssatz oder um eine Pension als Alleinstehender handeln.

Unter welchen Bedingungen?

Sie müssen:

  • das Pensionsalter erreicht haben, 65 Jahre für Männer und Frauen ab dem 1. Januar 2009;
  • einen Pensionsantrag bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder direkt beim LISVS einreichen und dies höchstens ein Jahr im Voraus;
  • die Existenz einer Berufslaufbahn nachweisen können.

Was die Auszahlung angeht, gibt es bestimmte Sonderbedingungen, wie zum Beispiel, dass die Pension:

  • nicht mit Berufseinkünften kumuliert werden darf, die eine gewisse Grenze überschreiten;
  • nicht mit Ersatzeinkommen wie Arbeitslosengeld oder einer Entschädigung wegen Krankheit oder Invalidität kumuliert werden darf.

Betrag Ihrer Pension

Die Berechnung der Pension erfolgt ab dem 1. Januar 2009 ohne Unterschied zwischen den Geschlechtern.  Daraus ergibt sich, dass die Frauen, wie auch die Männer, eine Berufslaufbahn von 45 Jahren nachweisen müssen, um eine vollständige Rente beziehen zu können.

Besteht eine Mindestpension?

Sie können eine Mindestpension erhalten, wenn Sie eine Berufslaufbahn als Selbstständiger und/oder Lohnempfänger aufweisen, die mindestens zwei Dritteln einer vollen Berufslaufbahn entspricht.

Besteht eine vorzeitige Pension?

Sowohl Männer als auch Frauen können eine vorzeitige Alterspension beziehen. Für jedes Jahr Verfrühung wird die Pension um 5% gekürzt.

Um in den Genuss einer vorzeitigen Pension zu gelangen, muss die Berufslaufbahn eine Mindesanzahl Jahre umfassen.

Weitere Informationen erteilt das Landespensionsamt.

Aufwertung der Rentenbezüge

Erhöhung der Mindestpensionen am 1.08.2016 für Selbstständige

Infolge jahrelanger Verhandlungen der Arbeitgebervereinigungen sowie der Mittelstandsvereinigung UCM mit der belgischen föderalen Regierung wurde die garantierte Mindestpension für Selbstständige der Mindestpension für Arbeitnehmer komplett angepasst.

 

 

Selbstständige

Arbeitnehmer

 

 

Haushaltssatz

Alleinstehend

Haushaltssatz

Alleinstehend

01/04/2003

   823,12 €

   617,42 €

1.020,09 €

   816,33 €

01/01/2008

1.081,91 €

   814,01 €

1.148,81€

   919,34 €

01/01/2010

1.213,44 €

   920,62 €

1.255,69 €

1.004,87 €

01/02/2012

1.336,54 €

1.027,28 €

1.359,18 €

1.087,69 €

01/04/2013

1.386,40 €

1.047,84 €

1.386,40 €

1.109,47 €

01/01/2014

1.403,73 €

1.060,94 €

1.403,73 €

1.123,33 €

01/08/2016

1.460,45 €

1.168,73 €

1.460,45 €

1.168,73 €

 

Am 1. April 2013 wurde die Mindestpension für Selbstständige zum Haushaltssatz mit vollständiger Beruflaufbahn schon an die Mindestpension für Arbeitnehmer angepasst. Die Auszahlung der Pension für das Ehepaar erfolgt an einen der beiden Ehepartner, wenn der andere Ehepartner keine eigene Pension bezieht.

Ab dem 1. August 2016 folgt nun die Anpassung der Mindestpension für alleinstehende Selbstständige mit vollständiger Berufslaufbahn an die Mindestpension für alleinstehende Arbeitnehmer. Dies betrifft alleinstehende Selbstständige oder verheiratete Pensionierte, deren Ehepartner ebenfalls eine eigene Pension erhalten.

 

DIE ÜBERLEBENSPENSION

Wer kann sie erhalten?

Diese Pension wird einem hinterbliebenen Ehepartner, aufgrund Ihrer Berufstätigkeit als Selbstständiger oder Gehilfe ausgezahlt.

Unter welchen Bedingungen?

  • er/sie muss seit mindestens einem Jahr mit der/dem Selbstständigen verheiratet gewesen sein, außer wenn aus dieser Ehe ein Kind geboren ist oder der Tod durch einen Unfall oder andere besondere Umstände verursacht wurde;
  • er/sie muss mindestens 45 Jahre alt sein, außer in einigen Sonderfällen;
  • er/sie darf nicht erneut geheiratet haben.

Beträge?

Der Pensionsbetrag wird aufgrund der Berufslaufbahn des verstorbenen Ehepartners berechnet. Ein Mindestbetrag ist vorgesehen.

DIE PENSION DES GESCHIEDENEN EHEPARTNERS

Sie wird dem geschiedenen Ehepartner aufgrund der Berufstätigkeit des vormaligen Ehepartners bewilligt, insofern diese Tätigkeit während der Ehe ausgeübt wurde.

DIE PENSION ALS TATSÄCHLICH ODER VON TISCH UND BETT GERENNTER EHEPARTNER

Dem getrennten Ehepartner kann ein Teil der Pension seines tatsächlich oder von Tisch und Bett getrennten Ehepartners bewilligt werden.

Die Auszahlung der Pension

Die Pension kann nur dann ausgezahlt werden, wenn sie keine andere als die erlaubte Berufstätigkeit ausüben. Diese Regel kennt jedoch auch Ausnahmen.

Unter welchen Bedingungen?

Sie müssen:

  • diese Tätigkeit im Voraus mittels eines speziellen Formulars (Muster 74) melden;
  • Ihre Einkünfte begrenzen. Die erlaubten Grenzen variieren je nachdem, ob es sich um eine Tätigkeit als Selbstständiger oder als Arbeitnehmer handelt und werden erhöht, wenn Sie mindestens ein Kind zu Lasten haben.

Welche Strafmaßnahmen werden angewandt?

Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, dann werden Sanktionen angewandt:

  • Wenn Sie die Ausübung einer Berufstätigkeit nicht rechtzeitig melden, wird die Auszahlung der Pension während einem Monat unterbrochen und im Fall der Wiederholung während drei Monaten.
  • Wenn Ihre Berufseinkommen den erlaubten Betrag um mindestens 15% überschreiten, wird die Auszahlung Ihrer Pension für das betroffene Kalenderjahr vollständig ausgesetzt. Falls der erlaubte Betrag um weniger als 15% überstiegen wird, wird Ihr Pensionsbeitrag für das betroffene Kalenderjahr verhältnismäßig gekürzt.

     

    Die Formulare anhand deren Sie im Voraus eine Berufstätigkeit melden können, sowie zusätzliche Informationen erhalten Sie bei der Gemeindeverwaltung, bei dem Landesinstitut der Sozialversicherungen für Selbstständige (L.I.S.V.S.) oder bei dem Landespensionsamt (L.P.A.).
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