Nachweis der Betriebsführungskenntnisse

Eintragung beim Unternehmensschalter und Beantragung einer Unternehmensnummer

Allgemeine Kenntnisse der Betriebsführung sind unter anderem Grundkenntnisse der Buchhaltung, des Finanzwesens, der Rechtslehre und des Steuerwesens. Das KMU-Programmgesetz vom 10. Februar 1998 bestimmt den gesetzlichen Rahmen der Betriebsführungskenntnisse, die ab dem 1. Januar 1999 für jede 1. Eintragung aller selbstständigen Tätigkeiten beim ehemaligen Handelsregister und jetzigen Unternehmensschalter verlangt werden.

Diese Kenntnisse können erwiesen werden durch:

Diplome:

  • ein Hochschul- oder Universitätsdiplom
  • ein Abiturzeugnis:
    1. datiert vor dem 30.09.2000: mit jeglicher Ausrichtung (6.A, 6.TQ oder 7.B)
    2. datiert nach dem 30.09.2000: mit wirtschaftlicher Ausrichtung + zusätzliche Bescheinigung für Betriebsführung unbedingt erforderlich
  • einen Meisterbrief:
    1. datiert vor dem 30.09.2000: mit Abschluss des 1. Meisterjahres + Bescheinigung für Betriebsführung
    2. datiert nach dem 30.09.2000 : mit Abschluss der 2 Meisterjahre + Bescheinigung für Betriebsführung
  • ein Schnellkursdiplom: 128 Stunden während 3 Monaten beim ZAWM
  • Abendschuldiplom
  • Zentraljurydiplom : Zur Vorbereitung auf die Prüfung wird ein Dokument veröffentlicht, das Sie im Internet nachlesen können unter : http://economie.wallonie.be/Dvlp_Economique/Projets_thematiques/Regionalisation/Starter/jury.html
    Service Public de Wallonie, Département du Développement économique, Direction des Projets thématiques, Place de la Wallonie 1, 5100 Namur (Jambes).

Berufliche Erfahrung

  • Eine ehemalige Tätigkeit/Eintragung als Selbstständiger während der letzten 15 Jahre :
    – mindestens 3 Jahre als Hauptberuflicher
    – mindestens 5 Jahre als Nebenberuflicher
    Beweise :
    Auszug Zentrale Unternehmensdatenbank,
    Bescheinigung Sozialversicherungskasse
  • Eine ehemalige Tätigkeit in einer leitenden Funktion während mindestens 5 Jahren:
    Beweise : Arbeitsvertrag und letzter Lohnzettel oder Bescheinigung des Arbeitgebers und Pensionskontenauszüge oder individueller Lohnzettel.

Der Nachweis einer im Ausland ausgeübten Tätigkeit wird generell mittels einer EG-Bescheinigung erbracht. In Deutschland wird diese Anfrage von der zuständigen Industrie- und Handelskammer ausgestellt.

 

EG-Bescheinigung

Diese Bescheinigung ersetzt ein Diplom oder berufliche Erfahrung. Sie bescheinigt immer die Anzahl Jahre beruflicher Erfahrung, die der Antragsteller in einem EG-Staat + Norwegen, Island, Lichtenstein oder Schweiz gemacht hat.
Sie gilt als alleiniger Beweis.

 

Der Nachweis kann erbracht werden durch:

  • den zukünftigen Unternehmer selbst;
  • den Ehe- oder gesetzlichen Lebenspartner;
  • den Lebenspartner, der seit mindestens 6 Monaten an der gleichen Adresse wie der zukünftige Unternehmer bei der Gemeinde eingetragen ist;
  • ein Familienmitglied ersten (Eltern, Kinder), zweiten (Geschwister, Großeltern, Enkel) oder dritten Grades (Tanten, Onkel, Nichten, Neffen)
  • eine vertraglich unbefristet eingestellte Person, die für den Sektor üblichen Mindestbruttolohn bezieht. 

Die beauftragten Personen (mit Ausnahme der Ehepartner) müssen als selbstständige Gehilfen bei einer Sozialversicherungskasse angemeldet sein.
 

 

 

 

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