Bachelorstudium mit Lehre verbinden

Bachelorstudium mit Lehre verbinden

Fachkräftemangel – dieser Begriff hängt wie ein Damoklesschwert über die Industriegesellschaft. Auch die ostbelgischen Betriebe sind betroffen, sodass die neuen dualen Bachelorprogramme, die das IAWM zusammen mit der FH Aachen ab September 2019 anbietet, wohl wie gerufen kommen dürften.

Ausbildungsplatz im Betrieb

Mechatronik, Angewandte Mathematik und Informatik sowie Bauingenieurwesen sind die drei Ausbildungsmöglichkeiten, für die sich junge Menschen entscheiden können, die ein Hochschulstudium mit einer Ausbildung im Betrieb verbinden möchten. Ein viertes Angebot bietet die Autonome Hochschule in der DG (AHS) in Zusammenarbeit mit dem IAWM, bzw. ZAWM an. Wer sich für Verwaltungssekretariat interessiert, kann ab dem kommenden Schuljahr einen Bachelor in „Public and Business Administration“ absolvieren. So wie bei den drei FH-Angeboten gilt es hier, dass nur diejenigen zur dualen Ausbildung zugelassen werden, die auch einen Ausbildungsplatz im Betrieb oder bei einer Verwaltung vorweisen können.

Vier neue Studienangebote

Dass die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) an einem Tag gleich vier neue Studienangebote präsentieren könne, sei etwas Besonderes, so Bildungsminister Harald Mollers bei der Vorstellung der Angebote in den Räumen von NMC in Eynatten. Die Kooperationsvereinbarung mit der FH Aachen habe die DG bereits 2016 unterzeichnet. Darin enthalten sei die Schaffung neuer Studiengänge bzw. Ausbildungen. Im Oktober 2018 sei eine Einigung über die künftige Vorgehensweise erzielt worden, weshalb die dualen Bachelorprogramme ab kommendem Schuljahr angeboten werden könnten. Die FH Aachen zählt aktuell rund 100 ostbelgische Studierende. Professor Marcus Baumann, Rektor der FH, hob die Wichtigkeit der angewandten Forschung für die Betriebe hervor. Das duale Bachelorprogramm komme dabei einer Win-Win-Situation gleich, weil nämlich sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Auszubildende bzw. Studierende profitieren würden.

FH-Aachen in engem Kontakt mit Ostbelgien

Für eine Überraschung – zumindest für Nichteingeweihte – dürfte die Aussage von Baumann gesorgt haben, dass die FH Aachen einen Ableger in Eupen plant. Einen Termin dafür gebe es noch nicht. Dem Grenz-Echo gegenüber erklärte Prof. Baumann, dass das Vorhaben von einem geeigneten Gebäude abhänge, für dessen Finanzierung die FH noch einen Partner suche. Zu Ostbelgien pflegt die FH Aachen schon seit Längerem enge Kontakte. Mit Nina Pielen, die u. a. für die Studienberatung in Ostbelgien zuständig ist und die ein Büro im Robert-Schuman-Institut Eupen hat, verfügt die FH über eine direkte Ansprechpartnerin vor Ort.

Rege Nachfrage bei ostbelgischen Betrieben

Von Andreas Beumers, der für die Koordination der dualen Studiengänge an der FH Aachen zuständig ist, war zu erfahren, dass es bereits jetzt seitens ostbelgischer Betriebe eine rege Nachfrage für das duale Studium im Fach Mechatronik gebe. Dazu gehört auch NMC. „Wir brauchen Fachkräfte auf hohem Niveau und sind deshalb überzeugt davon, mit der dualen Ausbildung den richtigen Weg eingeschlagen zu haben“, so Bernd Vorhagen, General Manager Benelux. Mit dualer Hochschulausbildung hat man bei NMC bereits Erfahrungen gesammelt. In der Buchhaltung sind Personen beschäftigt, die an der AHS Finanz- und Verwaltungswissenschaften mit Schwerpunkt Buchhaltung studieren bzw. studiert haben – eine gute Sache, findet Bernd Vorhagen, weil das Zusammenspiel von praktischer Berufserfahrung und theoretischem Fachwissen für den Betrieb einfach von Vorteil sei.

Vorzüge des dualen Bachelorstudiums

Diese Meinung vertrat auch Stefan Boemer, Direktor der AHS, der zudem die Vorzüge eines dualen Bachelorstudiums hervorhob. Hier erhielten auch diejenigen, die nicht unbedingt zu den Klassenbesten gehörten, die Möglichkeit, einen Hochschulabschluss zu erlangen, gleichzeitig aber auch im realen Arbeitsleben zu stehen.

Quelle: Grenz-Echo

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