Die materiellen Mittel & die Finanzierung

Man kann bereit sein, sich als Selbstständiger niederzulassen, ein einwandfreies Projekt und klare Standpunkte bezüglich Räume und Material vorweisen, es bleibt jedoch die Frage nach der Finanzierung. Nach Untersuchung des Eigenkapitals des Selbstständigen und des geliehenen Kapitals, müssen noch die öffentlichen Hilfen näher betrachtet werden. Es ist wichtig, der Bank ein vollständiges Dossier vorzulegen.

Eigenkapital (EK)

  • eigenes Geld oder Sachanlagen: Gewinneinbehaltung oder Kapitalerhöhung
  • stille Beteiligungen „FFF“ (z.B.: Familie, Freunde, …)
  • direkte Beteiligungen
  • Subsidien

Fremdkapital (FK)

  • Bankkredit (60 % aller Unternehmen in Belgien)
  • Leasing (für Mobilien: schont Liquidität)
  • Wandelanleihen
  • Nachrangiges Darlehen
  • Lieferantenkredit (wird sehr oft praktiziert)
  • Factoring (Verkauf von Forderungen)
  • Teilhaber (EK)
  • Eigenkapitalquote ≥ 30 % anstreben, da Eigenkapitalmangel bei 52 % der Unternehmen zur Insolvenz führt
  • Gewinne einbehalten
  • Beteiligung „FFF“ (Family, Friends and Fools)
  • Beteiligung OBI (Ostbelgien Invest) : Neben den Banken gibt es regional tätige Risikokapitalbeteiligungsgesellschaften:Ostbelgien Invest AG
    Wirtschaftsförderungsgesellschaft VoG
    Hütte 79, Quartum Center
    B-47OO Eupen
    Tel.: 087 56 82 01
    Fax: 087 74 33 50
  • Bilanzanalyse: langfristige Investierungen müssen langfristig finanziert werden (theoretische Dauer der Entschuldung : 3-10 Jahre nicht überschreiten)
  • Konsequentes Mahnwesen : sehr wichtig, da Forderungsausfälle zur Insolvenz (20 % aller Fälle) führen können.
  • Bilanz nicht nur steuerlich gestalten
  • Kurzfristige Linien mit Reserven

Als junger oder neuer Selbstständiger ist es nicht immer leicht, die potentiellen Kreditgeber zu überzeugen. In der Tat geht der Banker, der sein Geld verleiht, ein Risiko ein, denn wenn der Betrieb, der ein Darlehen aufnimmt, Konkurs anmeldet, verliert er nicht nur die Zinsen, sondern auch sein Geld.

Die Kriterien des Bankiers beruhen in erster Linie auf das Vertrauen, das er in diese Person setzen kann : seine Ehrlichkeit, seine Rechtschaffenheit, seinen Geschäftsgeist, seine Kompetenz,…
Er wird aber auf keinen Fall die wirtschaftlichen Kriterien außer Acht lassen. Er wird die Angaben über den gewählten Sektor studieren (Rentabilität, Entwicklung, Intensität der Konkurrenz) und das Projekt untersuchen, um seine Lebensfähigkeit über die kommenden 3 oder 5 Jahre festzustellen und eine Rating-Studie erstellen.
Was ist ein Rating ?Die wirtschaftliche Fähigkeit und Willigkeit eines Schuldners den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Die Banken verlangen mehr Sicherheiten (Offenlegung von Dokumenten) seitens der Kreditnehmer, um das Kreditrisiko zu minimieren. Die Anforderungen ans Unternehmen steigen (z.B. : Budgets, Planrechnungen, Businesspläne, Branchenvergleiche,…). Je nach Bonität (Zahlungsfähigkeit) wird es spürbare Zinsunterschiede geben.

Einen Finanzplan aufzustellen ist bei der Gründung einer Gesellschaft obligatorisch, aber auch bei jeder Gründung anzuraten. Investitionsplan, Finanzierungsplan, Kostenplanung, Abschreibungsplanung und Rentabilitätsvoraussage sollte der Finanzplan in jedem Fall beinhalten.

„Kein Anspruch auf Vollständigkeit“

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder Bankier.

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